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Wer sich noch nie
mit dem Preis einer Rassekatze beschäftigt hat, ist bestimmt überrascht,
wenn Preise von
550,- bis 1100,-
Euro für Liebhabertiere genannt werden. (Hauskatzen bekommt man gegen
eine geringe Schutzgebühr. Was ist nun der Unterschied zum Preis einer
Rassekatze??) ... Ehrlich gesagt - würde man ein Hauskatzen-Baby
gewissenhaft und verantwortungsvoll aufziehen, würde es hier keinen
Preisunterschied geben!!!
Dass der
Stammbaum den Preis ausmachen ist so nicht ganz richtig. Dieses Papier kostet
den Züchter zwischen 10-30 Euro. ( In meinem Verein sind es
20-25 Euro) Was hinter dem steht,
fließt aber auf jeden Fall in den Preis mit ein:
Um die Papiere zu bekommen, muss sich der Züchter an die
Zuchtrichtlinien
seines Vereines halten. z. B.: - die Anzahl der Würfe ist beschränkt auf
max. 3 innerhalb von 2 Jahren, die Katze muss auf einer Ausstellung
mindestens eine vorzüglich- Bewertung erhalten haben (nicht in allen
Vereinen Vorschrift) etc. Das unterscheidet den seriösen Züchter schon
mal von wilden Vermehrern, denen die Anzahl der Würfe wichtiger ist,
als das Wohlergehen der Muttertiere und somit gesunden, charakterfesten und
dem Standard entsprechenden Kitten.
Wenn Sie
den folgenden Text aufmerksam lesen, dann WISSEN Sie, wo ein
"Schwarzzüchter", also ein Vermehrer ohne Vereinszugehörigkeit spart -
am TIERARZT
und am FUTTER!!!
Wollen Sie das? Wollen Sie einen Menschen unterstützen, der Katzenbabies
als Einnahmequelle sieht und produziert und die Mutterkatze als
Gebährmaschine missbraucht wird???? Wenn Ihnen DAS egal ist,
dann brauchen Sie den Text ab hier nicht mehr weiter zu lesen.
Schon vor der
Deckung einer Katze, muss sich der Züchter Gedanken darüber machen,
wer der Vater seiner zu erwartenden Kitten sein soll. Falls man keinen
eigenen Deckkater hat- die Haltung ist nicht einfach- macht sich
der Züchter auf die Suche nach einem geeigneten „Ehemann“. Wie
schwierig es oft ist, ein passendes Gegenstück zu seiner Katze und
ihren Linien, zu finden, werde ich hier nicht weiter ausschmücken –
das würde den Rahmen mit Sicherheit sprengen.
Ist der Auserwählte
gefunden, lebt er nicht selten weiter weg. Es fallen Fahrkosten an, um
die Katze hin zu bringen und wieder abzuholen. Und- der Katerbesitzer
verlangt auch eine Deckgebühr. (ca 300-750 Euro) Bevor man sich aber auf
die Reise machen kann, muss das Muttertier Tests und Gesundheits-checks
über sich ergehen lassen. Und das lässt sich der Tierarzt gut
bezahlen.
Ist eine Katze
nun tragend,
benötigt sie natürlich an hochwertigem Futter mehr als sonst. Das
Trockenfutter habe ich nun weggelassen, weil ich es einfach nicht mehr
gebe - höchstens als Leckerchen...
Der Züchter möchte
dann natürlich wissen, ob es dem Muttertier gut geht, ob sie
aufgenommen hat und ob die Babies im Mutterleib gesund sind. Also
geht’s ab zum Tierarzt.
Zum „Bestaunen“ der Katze sind ca.
9,63
Euro schon mal fällig... (Man
nennt das „allgemeine Untersuchung“)+
Schwangerschaftsuntersuchung
mit Ultraschall =
ca. 56,-Euro Wenn dann am Ende der Schwangerschaft
noch eine
Röntgenaufnahme
gemacht werden muss, weil vielleicht noch nicht alle Babies den Weg
hinaus gefunden haben und man dringend sehen muss, wie sie liegen (bevor
man z.B. eine Wehenspritze gibt), sind das wieder ca. 30,-Euro.
Wir nehmen nun
mal an, dass das Muttertier keine Wehenschwäche hat und die Geburt ohne
Komplikationen verläuft, was leider nicht immer der Fall sein muss.
Die
Babies sind also da!
In den ersten Wochen werden sie von der Mama alles bekommen, was sie zum
Leben benötigen. Trotzdem rechne ich hier 2 Dosen
Aufzuchtsmilch
hinein
(1x 400g ca. 27 Euro) da diese fast immer gebraucht wird. Und wenn
sie „nur“ die Mutterkatze bekommt. (also 27 * 2 =
54,-
Euro)
(Das ist hier eine „Milchmädchenrechnung“ von
der ich eigentlich nichts halte. Aber nun gut...)
Die Katze trägt ca. 65 Tage. Sagen wir, sie bekommt nach zwei Wochen „Schwangerschaftshunger“...
ich rechne hier nur die zusätzlichen Kosten aus, nicht die, die man
ohnehin schon hat...
Die Katze
frisst also im Schnitt nun
200 g Nassfutter mehr also sonst.... (Sagen Sie DAS mal meinen Katzen!!!)
Während sie ihre Babies hat, frisst sie aber auch mehr als sonst - schließlich
kostet Erziehung Geduld und Kraft... ;-)
Das macht Mehrkosten von ca.:
150,32
Die Kitten ab der 4. Woche (es gibt Früh- und Spätzünder beim
eigenständigen Fressen) im Schnitt ca. 300g NaFu. (je jünger
desto weniger, je älter desto mehr) mit der 14. Woche werden sie in das
neue zu Hause ziehen... Macht ca.
183,26 Euro
Futterkosten pro Kitten.
(Super
Rechnung - Darin sind natürlich Leckerchen und sonstiges nicht
eingerechnet.)
Katzenbabies
machen auch ihr „Geschäft“... Sagen wir, wir würden nur 6 Säcke
Streu
in den 14 Wochen benötigen = ca.
60
Euro.
Nun
geht’s zum ersten Mal zum Tierarzt.
Das Kitten wird „Bestaunt“= 9,63 Euro. +
1. Impfung: (Katzenseuche
und Schnupfen) = 20 Euro. (sind
29,63
Euro)
(ich rede hier immer von 1 Kitten, da niemand
sagen kann, wie groß der Wurf wird)
Dann kommt die
2. Impfung. Bestaunen = 9,63 Euro+ Impfung (Seuche/ Schnupfen /Tollwut
)= 35,00 Euro (sind
44,63
Euro) +Iso Transponder einsetzen (der Chip)
23
Euro. Der EU-Heimtierpass kostet natürlich auch Geld.... sind
9,52
Euro pro Tier.
So... nun wird
ein guter Züchter auch seine Tiere mehrfach
entwurmen - sagen wir, wir
zahlen ca.
20 Euro.
Dann bekommen
Sie ja, als Käufer, auch noch ein
Gesundheitszeugnis des Kittens.
Also 9,63 Euro Bestaunen + 10 Euro Bescheinigung. (sind also
19,63
Euro)
Das wären bis
jetzt (mit eigenem Deckkater, ohne Fremddeckung) Kosten von ca.
679,62
Euro.
Und nun rechne ich hier noch die Kosten einer „preiswerten
Fremddeckung“
mit ein, denn auch die Haltung meines Katers hat seinen Preis... Sagen
wir 400 Euro inkl. Fahrt, Untersuchungen etc. (dass das nicht hin haut
merken sie sicher, wenn sie meinen Text durchgelesen haben.)
Sagen wir, wir
hätten einen 4er Wurf und ich rechne den Kater mit Kosten von 100 Euro
mit ein. ( es kann übrigens auch nur 1 Baby bei der Fremddeckung
rauskommen – daran sehen Sie, dass meine Rechnung extrem geschönt
ist)
So, wären
750,04 Euro pro Kitten.
Kosten für
Inserate, Anzeigen, Werbung etc, die man selbstverständlich hat, kämen
mit ca.
30 Euro dazu. Da ist es egal, ob man mit 7 Babies oder nur mit
einem inseriert... Ausstellungen, Visitenkarten, Bewirtung der
Interessenten etc. lassen wir hier mal weg. Auch den Anschaffungspreis
der Mutterkatze, den eventuellen Kaufpreis des Vaters rechne ich hier
nicht mit ein.
Den
Vereinsbeitrag,
bei dem der seriöse Züchter Mitglied ist, halte ich dieser Rechung auch
fern.
Das waren also
die Kosten, die bei einer Bilderbuchschwangerschaft, ohne Kaiserschnitt,
Gebärmutterentzündungen, ohne Erkrankung, ohne Durchfall der Babies,
ohne aufgetretene Impf-Probleme, ohne Komplikationen VOR, WÄHREND oder
NACH der Geburt, aber auch OHNE die Vorsorge und Nachsorge der
Mutterkatze - und die Versorgung während der Geburt..... also im Idealfall auf den Züchter
zu kommen. (mit ca. 4 Babies)
Würde man nun
noch die Zeit in Rechnung stellen, die ein Züchter damit verbringt, die
Babies zu schmusen, zu füttern, ihnen ab und an den Popo sauber zu
machen... das Bangen um die Mutterkatze und die Kitten bei der Geburt,
das KÜMMERN...
Genommene Urlaubstage, damit die Mutterkatze während der Geburt nicht
allein ist etc....
... ein Katzenbaby wäre nicht zu bezahlen
Vielleicht
regen Sie meine Gedanken und die „Milchmädchenrechnung“ zum
Nachdenken an - kein seriöser
Züchter wird mit der Zucht reich, denn kostendeckend kann eine
verantwortungsvolle Zucht gar nicht sein!
Ein Züchter
ist auch kein „Verkäufer“ im eigentlichen Sinne – ihm wird das
Herz bluten und die Tränen fließen, wenn er „seine“ Babies abgibt.
Denn in diesen 14 Wochen, in denen man das Kitten wachsen sieht, es
seinen eigenen Charakter entwickelt, wächst es einfach ans Herz.
Darum wird ein
er Sie auch immer bitte, sich zu melden – nicht nur bei Fragen, bei
Problemen, sondern auch damit er weiß, ob es dem „Kleinen“ gut geht
und der neue Besitzer Freude hat und dem Nachwuchs ein Freund geworden
ist. Und vergessen Sie bitte nicht – Sie tragen Verantwortung für das
Wohlergehen der Katze, nicht nur für ein paar Monate...
Und bitte überlegen
Sie, ob Sie bei den „Billiganbietern“ nicht vielleicht „die Katze
im Sack“ kaufen... Denn eine artgerechte Haltung und Aufzucht von
Tieren hat ihren Preis und die Katzen sind keine „Produkte“ die man
mal eben billiger „herstellen“ kann.
Ein
verantwortungsvoller Züchter opfert wirklich viel Zeit und Geld für
seine Tiere und Sie bekommen dort auch ein ganz besonderes und
einzigartiges Tier, das mit viel Liebe und medizinischer Betreuung in
der Wohnung / im Haus, und nicht im Käfig oder Keller, aufgewachsen
ist.
Wenn
Sie also Qualität und Sicherheit haben wollen, sollten Sie nicht
feilschen wie auf einem Markt. Oder würden Sie einen Wagen ohne
Fahrzeugschein und Scheckheft kaufen um am falschen Ende zu sparen?
Danke!
Bettina Thomas |